Sam Shankland triumphiert beim Prag Masters

Das Jahr 2018 war für Sam Shankland ein ideales, denn er gewann sowohl die US-Amerikanische Landesmeisterschaft vor allen Weltklassespielern, das Capablanca Memorial in Kuba und die Amerikanische Kontinentalmeisterschaft, doch dann stockte der Lauf des heute 29-Jährigen und er fiel wieder unter die 2700-Elomarke. Nun drei Jahre später hat er in Prag einen großen internationalen Erfolg gefeiert und das Masters des Prager Schachfestivals mit 5,5 Punkten aus 7 Runden verdient und ungeschlagen gewonnen. Das bedeutet eine aktuelle Elozahl von 2709. Jan-Krzysztof Duda holte sich durch einen Schlussspurt mit drei aufeinander folgenden Siegen noch den zweiten Rang mit 5 vor dem Polen Radoslaw Wojtaszek mit 4 Punkten. Ein sehr positives Ergebnis für einen so jungen Spieler bedeuteten die 7 Remis der großen tschechischen Nachwuchshoffnung Thai Dai Van Nguyen (19 Jahre alt). Einen schmerzlichen Eloverlust muss David Navara hinnehmen nach einem Katastrophenturnier für ihn mit nur 1,5 Punkten und dem letzten Platz. Offizielle Seite

Wesley So gewinnt Paris Rapid

Der US-Amerikaner Wesley So hat das Paris Rapid-Turnier gewonnen und einmal mehr seine sehr sichere und solide Spielweise unter Beweis gestellt. Mit drei Siegen und sechs Remis blieb er als Einziger ungeschlagen und holte 12 Punkte von 18 möglichen. Sehr stark zeigten sich auch Ian Nepomniachtchi auf Rang zwei mit 11 Punkten und Lokalmatador Etienne Bacrot, der selten bei so hervorragend besetzten Turnieren anzutreffen ist und dennoch Rang drei mit 10 Punkten eroberte. Letzter im Zehnerfeld mit 7 Punkten wurde Alireza Firouzja, der im Moment in seiner Entwicklung etwas stagniert. Viele kritisieren, dass er zuviel Bulletpartien im Internet spielt und sich zu wenig um die schachliche Weiterentwicklung kümmert. Am morgigen Sonntag beginnt das Blitzturnier an dem auch Vladimir Kramnik teilnehmen wird. chess24

FM Robert Stein siegt sensationell in Löberitz

Der im Jahr 2001 geborene Lokalmatador FM Robert Stein gewinnt sensationellerweise das Ehrenpreisturnier in Löberitz vor allen namhaften Größen mit 3 Punkten aus 5 Runden vor dem punktgleichen lettischen Großmeister Nikita Meshkovs. Die weitere Reihenfolge: GM Alexander Naumann und WGM Reizniece-Ozola je 2,5 Punkte und GM Robert Hübner und FM Felix Meißner je 2 Punkte. chess24

Prag: Duda mit Glück - Shankland führt

 Es ist weder das Turnier von David Navara noch das von Nils Grandelius. Beide verkaufen sich weit unter Wert und lassen Chancen liegen. Navara holte wenigstens sein zweites Remis mit Ach und Krach gegen Jorden van Foreest, aber Nils Grandelius verdarb eine klare Gewinnstellung gegen Jan-Krzysztof Duda sogar noch zum Verlust. Sehr solide spielt weiterhin der hochtalentierte Tscheche Nguyen, der noch ungeschlagen bei vier Remis ist und heute gegen den Tabellenführer Shankland bestand. Einen wichtigen Sieg fuhr Radoslaw Wojtaszek ein gegen den starken Aserbaidschaner Abasov. Eine sehenswerte Partie mit taktischen Finessen. Shankland führt mit 4,5 Punkten nach 6 Runden und kehrt damit zurück in den 2700-Elo-Bereich. Offizielle Seite

Ehrenpreisturnier: "Verkehrte" Welt in Löberitz

Die schachlichen Erwartungen sind nicht eingetroffen beim Jubiläums-Ehrenpreisturnier in Löberitz. Das Gegenteil ist der Fall, denn es führen nicht die Favoriten, sondern die beiden Außenseiter des Turniers, nämlich FM Robert Stein und WGM Dana Reizniece-Ozola aus Litauen mit jeweils 2,5 Punkten aus den bisher gespielten 4 Runden. Stein konnte GM Meskovs nach ungewöhnlicher Eröffnungsbehandlung letztlich verdient bezwingen. Noch ohne Sieg ist GM Robert Hübner bei nun 1,5 Punkten. Er verlor in Runde 1 gegen die stark aufspielende Großmeisterin. chess24

Fernschachweltmeister Horst Rittner 1930-2021

Der in Breslau geborene Fernschach-Exweltmeister Horst Rittner ist leider am 14. Juni 2021 in Berlin verstorben. Die ostdeutsche Schachlegende krönte seine Schachkarriere 1971 mit dem Weltmeistertitel im Fernschach. Nach einer überragenden Leistung mit 12,5 Punkten aus 15 Runden konnte er sich gegen seine bärenstarken Konkurrenten durchsetzen als es noch keine von Computern unterstützte Analysen gab, was von immensem Schachverständnis und von der Fähigkeit zu tiefen Analysen zeugt. Was Dr. Helmut Pfleger für den Westen war und ist, das war Horst Rittner für die Ostdeutsche Schachgemeinde. Er machte das Schach im Fernsehen populär und tat viel für seine Verbreitung. Von 1965-1991 war er Redakteur der bekannten Zeitschrift Schach. Ruhe in Frieden. Offizielle Seite

GTC: Paris Rapid und Blitz - Kramnik blitzt mit

Im Rahmen der Grand Chess Tour ist die Weltelite derzeit in Paris aktiv - zunächst im Rapidschach. Gleich als Einstimmung zum anstehenden Blitz: Es wird teilnehmen Ex-Weltmeister Vladimir Kramnik, der auch nach seinem Karriereende bereits mehrfach gezeigt hat, dass er einen Großteil der Weltelite immer noch in die Schranken weisen kann. Das Rapidturnier ist nun 3 Runden alt und es haben sich vier Spieler in die Spitze gespielt mit jeweils 4 Punkten (2 Punkte für Siege bei Rapidpartien). Levon Aronian, Wesley So, Ian Nepomniachtchi und Peter Svidler. Insgesamt werden im Rapid 9 Runden gespielt. chess24

Löberitzer Ehrenpreisturnier mit GM Robert Hübner

Vom 18.-20.Juni findet in Löberitz anläßlich des 150-jährigen Bestehens der Schachgemeinschaft ein interessantes Turnier mit der großen deutschen Schachlegende Großmeister Robert Hübner statt. Der 72-Jährige hat immer noch die beachtliche Elozahl von 2574 und liegt an der Spitze der Setzliste vor GM Nikita Meshkovs (Lettland) und GM Alexander Neumann. Weitere Teilnehmer sind FM Felix Meissner, Robert Stein und WGM Dana Reizniece-Ozola (Lettland). chess24

Navara und sein Heimkomplex

Die klare tschechische Nummer Eins David Navara hat einen Katastrophenstart beim Prager Schachfestival hingelegt. Heute überschritt er in einer Partie die Zeit, die er durchaus hätte gewinnen können. Bei seiner Zeitüberschreitung war die Stellung völlig ausgeglichen. Vorher ließen er und sein Kontrahent Nijat Abasov einige Chancen liegen. Das war die vierte Niederlage in Folge für Navara und Abasov steht mit 3 Punkten an der Tabellenspitze gemeinsam mit Sam Shankland, der gestern ebenfalls gegen Navara gewonnen hatte. Offizielle Seite

Die Leiden des jungen Mishra - Norm verpasst

Abhimanyu Mishra ist nach wie vor auf der Jagd nach der dritten GM-Norm, die ihn zum jüngsten Großmeister der Schachgeschichte machen würde. Das First-Saturday-Turnier das gestern beendet wurde, litt leider am frühen Ausstieg des Jordaniers Raffat Issa und wurde dadurch verzerrt. Ganz souverän gewann der ungarische GM Gergely Aczel mit 8 Punkten vor dem Inder Dey Shahil mit 6 Punkten und Mishra mit 5,5. Der junge Normenjäger hat nun die 2500-Schallmauer übersprungen und braucht nun wirklich nur noch die dritte Norm. Bereits heute startete sein nächstes Turnier in Budapest und auch da wird es schwierig, denn in der Auftaktrunde kassierte Mishra gleich eine Niederlage in einer sehenswerten Partie gegen Leon Mendonca aus Indien. chess24

Schachfestival in Prag: Shankland schlägt Duda

Das Schachfestival in Prag wurde erstmals 2019 ausgetragen. Auch in diesem Jahr trifft sich die erweiterte Weltklasse zu einem Rundenturnier. Elofavorit ist der junge Pole Jan-Krzysztof Duda, der allerdings heute in Runde 2 eine klare Niederlage gegen Sam Shankland aus den USA hinnehmen musste. Eine starke Leistung zeigte der Aserbaidschaner Nijat Abasov, der NIls Grandelius in einer ungewöhlichen Variante im Sizilianer bezwang. Ebenso klar gewann Radoslaw Wojtaszek gegen David Navara, der gestern schon gegen Duda verloren hatte. Für den sympathischen Tschechen läuft es einfach nicht bei internationalen Turnieren in seiner Heimat. Fast hätte es einen vierten Weißsieg gegeben, aber der junge Tscheche Thai Dai Van Nguyen vergab diesen gegen Jorden van Foreest. Shankland, Abasov und Wojtaszek führen mit je 1,5 Punkten. Offizielle Seite

Mamedyarov gewinnt Super Bet Classic

Mit einem Schlussrundenremis sicherte sich der Aserbaidschaner Shakhriyar Mamedyarov den Turniersieg beim Super Bet Chess Classic mit einem ganzen Zähler Vorsprung bei 6 Punkten. Es war insgesamt eine recht unspektakuläre Runde mit teils erneuten Remispartien, die in dieser Zugfolge schon zigfach vorgekommen sind. Sehr hart um den Partiegewinn kämpfte Fabiano Caruana gegen Bodgan-Daniel Deac - allerdings ohne Erfolg. Es lief überhaupt nicht in diesem Turnier für die Nummer Zwei der Welt. Mit nur 4 Punkten bedeutete das am Ende nur den 8. Platz für ihn - ein Eloverlust von satten 14,4 Punkten. Den zweiten bis vierten Platz erreichten folgende Spieler in dieser Reihenfolge: Levon Aronian, Wesley So und Alexander Grischuk mit je 5 Punkten. Offizielle Seite

Ullrich Krause bleibt DSB-Präsident

Der alte und neue Präsident des Deutschen Schachbundes heißt Ullrich Krause. Der seit 2017 an der Spitze stehende Krause setzte sich bei der Wahl mit 118 zu 92 Stimmen gegen Olga Birkholz durch. Stellvertreter ist der langjährige Spielleiter Ralph Alt. Vizepräsidentin Verbandsentwicklung ist nun Olga Birkholz und Vizepräsidentin Finanzen ist Gulsana Barpiyeva. Für den Leistungssport zuständig ist erfreulicherweise der langjährige Nationalspieler Großmeister Gerald Hertneck. Alle Wahlergebnisse sind auf der Seite des Schachbundes nachzulesen. schachbund

Rasmus Svane deutscher Internetmeister

Großmeister Rasmus Svane ist deutscher Internetmeister und kassierte damit ein Preisgeld von 1500,- Euro. In einem spannenden Turnier am gestrigen Sonntag setzte er er sich mit 10 Punkten aus 13 Runden knapp vor Georg Meier (9,5) und Matthias Blübaum mit 9 Punkten durch. Der letztjährige deutsche Internetmeister Daniel Fridman musste sich diesmal mit dem 8. Platz und 6,5 Punkten zufrieden geben. Der sonst so starke Schnellspieler IM Ilja Schneider erreichte nur Platz 11 mit 4,5 Punkten im Vierzehnerfeld. Offizielle Seite

Superbet: Die vereinbarte Remisvariante

Keine Werbung für den Spitzenchess24sport Schach zeigten heute Mamedyarov und Giri in Runde 8 des Superbet Classic Turniers. Sie wiederholten exakt den Partieverlauf aus der Begegnung Radjabov gegen Vachier-Lagrave aus der dritten Runde. Hier sollte der Sponsor eingreifen um so etwas in Zukunft zu verhindern. Tausende von Schachfans nehmen sich Zeit um das Turnier zu verfolgen und werden dann auf diese Art veräppelt. Das riecht zu stark nach vorherigen Absprachen und das hat in einer hochdotierten Turnierserie nichts zu suchen. Eine gute Möglichkeit zum Partiegewinn versäumte wohl Fabiano Caruana gegen Alexander Grischuk. 21....Sa4 hätte in einer bekannten Variante im Spanier gut vielversprechend ausgesehen. Aber so endete diese Partie mit Remis. Levon Aronian konnte mit einer starken Leistung einen Schwarzsieg über Bogdan-Daniel Deac feiern und den geteilten zweiten Platz mit 4,5 Punkten einnehmen gemeinsam mit Grischuk und Wesley So. Mamedyarov hat jetzt 5,5 und steht vor der morgigen Schlussrunde vor dem Triumph. chess24

Keymer unglücklich Dritter - Gukesh siegt

Der Ende Mai erst 15 Jahre alt gewordene indische Großmeister Dommaraju Gukesh hat die Gelfand Challenge nach einem tollen Schlussspurt für sich entschieden. Gukesh holte 5 Siege in den letzten 5 Runden und zog mit 14 Punkten knapp am punktgleichen Praggnanandhaa und Vincent Keymer (13,5) vorbei. Keymer hatte einen sehr durchwachsenen Tag und holte nur 2,5 Punkte. Gukesh spielt damit beim nächsten Meltwater Champions Tour Event. Die besten Spielerinnen waren Sarasat Khademalsharie und Tingjie Lei mit je 9 Punkten. chess24

Superbet Classic: Mamedyarov auf dem Weg zum Turniersieg

Shakhriyar Mamedyarov spielt mit vollem Selbstbewusstsein und führt Stellungen herbei, die seinem Stil entgegenkommen. Nächstes Opfer seiner hervorragenden Form war in Runde 7 kein Geringerer als Fabiano Caruana. Der Aserbaidschaner überraschte den Vize-Weltmeister mit 5....Sd4 in einem Spanier und ließ das extrem aggressive Bauernopferangebot 9...g5 folgen. Caruana kam nicht damit zurecht und strebte den vermeintlich entlastenden Damentausch an, doch da waren die Stellungsvorteile der schwarzen Seite schon zu groß und Mamedyarov kam zu einem schönen Partiegewinn, der ihm die verdiente alleinige Führung mit 5 Punkten einbrachte. Er profitierte von einem 29-Züge-Sieg von Levon Aronian gegen Alexander Grischuk, der nach dem schlechten Zug 21...Sd4 keine Chance mehr bekam. Den dritten Tagessieg erspielte sich Anish Giri gegen Maxime Vachier-Lagrave, der sich in einem wohl haltbaren Endspiel schlecht verteidigte. Die beiden anderen Partien endeten mit Remis. Auf den Plätzen 2 und 3 liegen Grischuk und Wesley So mnit je 4 Punkten. Offizielle Seite

Gelfand Challenge: Keymer führt jetzt

Mit etwas Glück, pragmatischem Geschick und spielerischer Stärke hat Vincent Keymer die Führung bei der Gelfand Challenge mit 20 der besten jungen Spieler und Spielerinnen der Welt übernommen. Er konnte heute alle seine 5 Partien gewinnen und liegt einen halben Zähler vor Rameshbabu Praggnanandhaa (Indien) und 1,5 Punkte vor Christopher Woojin Yoo (USA). Es wäre großartig, wenn er den Turniersieg einfahren würde. Es winken nicht nur 3000 Dollar sondern auch ein Platz beim nächsten Meltwater Champions Chess Turnier mit der absoluten Weltklasse. Eine Erfahrung die jedem jungen Spieler sehr gut tut und das Selbstbewusstsein stärken kann bei einigermaßen guten Resultaten gegen solche Kaliber. chess24

Gelfand Challenge: Keymer derzeit Dritter

Nach der Polgar Challenge innerhalb der Julius Bär Challengers Chess Tour, die mit 100 000 Dollar dotiert ist, kämpfen seit gestern erneut 20 der besten JuniorenspielerInnen der Welt bei der Gelfand Challenge um Ruhm, Ehre, Preisgeld und um einen Platz beim nächsten Meltwater Champions Turnier mit der absoluten Weltelite. Mit von der Partie ist einmal mehr die große deutsche Nachwuchshoffnung Vincent Keymer. Nach zwei soliden Tagen steht er mit 7 Punkten aus 10 Runden auf Platz drei. Leider verlor er unnötig gegen Rameshbabu Praggnanandhaa, der nun gemeinsam mit Nodirbek Abdusattorov mit je 8 Punkten vor Keymer platziert ist. Wie stark das Turnier besetzt ist zeigen die lediglich 2,5 Punkten der designierten Großmeisterin Zhansaya Abdumalik, die beim Turnier in Gibraltar kürzlich so geglänzt hatte. Einen großartigen Eindruck hinterläßt Gunay Mammadzada aus Aserbaidschan, die beste weibliche Teilnehmerin derzeit. Sie hat bereits 6 Punkte gesammelt. Es werden noch weitere 9 Runden gespielt in diesem Rundenturnier. chess24

Superbet: Führungsduo Grischuk und Mamedyarov

Mit zwei überzeugenden Partiegewinnen konnten die beiden erfahrenen Weltklasse-Großmeister Alexander Grischuk (Russland) und Shakhriyar Mamedyarov (Aserbaidschan) als Führungsduo die Spitze des Teilnehmerfeldes mit je 4 Punkten übernehmen. In der heutigen 6. Runde bezwang Grischuk den Rumänen Lupulescu in einer klassischen Variante der Richter-Rauser Variante im Sizilianer. Schwarz hat wohl einen schweren Stand derzeit in diesem System. Mamedyarov schlug mit Levon Aronian ein Schwergewicht in einer Ragosin-Variante des Damengambits mit 5.Da4+. Er nutzte die Fehler des Armeniers geschickt aus zu einem entscheidenden Vorteil. Eine verrückte, hochtaktische Partie lieferten sich Vachier-Lagrave und Caruana mit beidseitigen Gewinnchancen. Am Ende löste sich der Rauch der Schlacht in einem Unentschieden nach Zugwiederholung auf. Wesley So-Anish Giri und Bogdan-Daniel Deac-Teimour Radjabov endeten mit gerechten Remis, wobei Wesley So einen Stellungsvorteil nicht verdichten konnte und sich Giri als zu zäh erwies. Offizielle Seite

Superbet Classic: Mamedyarov wirbelt

Shakhriyar Mamedyarov war im September 2018 mit 2820 Elo die Nummer drei der Welt. Viele Schachfreunde, wie auch der Schreiber dieser Zeilen, hatten das vergessen. Danach gab es einen Elo-Absturz und es wurde stiller um die aserbaidschanische Nummer Eins. Mamedyarov ist 36 Jahre alt und immer noch die Nummer 9 der Welt in der aktuellen Live-Elo-Weltrangliste. Ich erinnere mich an etliche Jahre zurückliegende Anekdoten über die sagenhafte Schnellschach- und Blitzschachstärke eines jungen Aserbaidschaners. Heute schlug er zu wie man es von ihm vor vielen Jahren gewohnt war. Sein heutiger Kontrahent Constantin Lupulescu erwischte sicherlich nicht seinen besten Tag, aber die Art wie Mamedyarov gewonnen hat ist dennoch beeindruckend. Er nutzte das Versäumnis des Rumänen 33.Tg1 zu spielen perfekt aus. Es sollte der einzige Sieg der heutigen Runde bleiben. Mamedyarov ist nun Co-Leader gemeinsam mit Wesley So und Alexander Grischuk mit 3 Punkten. Offizielle Seite

Keymer gewinnt Juniors Qualifier

Die große deutsche Nachwuchshoffnung Vincent Keymer hat das Europäische Qualifikationsturnier der Junioren auf beeindruckende Weise für sich entschieden. 8 Kandidaten kämpften um einen Platz bei der Juniors Speed Chess Championship und er setzte sich jeweils in seinen Duellen gegen Polina Shuvalova (Russland), Paulius Pultinevicius (Lettland) und Denis Lazavik (Belarus) durch und konnte damit 1000 Dollar kassieren. Das Hauptturnier bietet einen für Junioren satten Preisfond von 35000 Dollar. In einem asiatischen, amerikanischen und globalen Qualifikationsturnier werden in den kommenden Wochen weitere Plätze für das am 4.Juli beginnende Finalturnier ausgespielt. chessbomb

Superbet Classic: Wesley So bezwingt Caruana

Wesley So zeigte heute einmal mehr sein ungeheures Potential und er schätze eine Stellung mit Minusbauern gegen Fabiano Caruana zurecht als vorteilhaft ein, was alles andere als klar ersichtlich war für den normalsterblichen Schachfreund. Mit 22...h5 beschritt Caruana den falschen Weg in einer bereits unbequem zu spielenden Stellung und Wesley So bekam die Investition eines Bauern mit Zinsen zurück und ging seinerseits mit einem Mehrbauern ins Endspiel, bei dem er Caruana keine Chance mehr ließ. Den zweiten Tagessieg schaffte der erfahrene Russe Alexander Grischuk gegen Bogdan-Daniel Deac in einer nicht sehr oft gespielten Variante des Tarraschvariante im Damengambit. Die restlichen Partien endeten mit gerechten Remis. Es führen nun die beiden Tagessieger Wesley So und Alexander Grischuk mit je 2,5 Punkten. Offizielle Seite

Giri und sein rumänisches Problem

Anish Giri ist entweder besonders schlecht drauf beim Superbet Classic in Bukarest oder er kommt mit den rumänischen Spitzenspielern nicht zurecht. Heute kassierte er eine böse Schlappe gegen Constantin Lupulescu. Giri spielte den Verlustzug 31...Dc5 und Lupulescu erkannte die Falle die darin enthalten war und spielte 32.Te7! wonach der Tag entschieden war. Die übrigen Partien waren weniger interessant, gaben nicht viel her und endeten mit Remis. Lupulescu (1,5) und Deac (2 Punkte und Co-Leader mit Caruana) mischen hier sehr gut mit zur Freude der Organisatoren und Fans. Offizielle Seite

DSIM: Donchenko gewinnt Zwischenrunde

GM Alexander Donchenko ist in souveräner Weise seiner Favoritenrolle bei der Zischenrunde der Deutschen Schach-Internetmeisterschaft gerecht geworden und hat das Turnier mit 11 Punkten aus 13 Runden gewonnen. Drei andere Großmeister scheiterten überraschenderweise bei der Qualifikation zum Finale, das am 13. Juni stattfindet. Daniel Hausrath, Dennis Wagner und Dmitrij Kollars. Den zweiten und dritten Platz belegten IM Patrick Zelbel (10 Punkte) und IM Christian Braun (9,5). schachbund